Wilhelm13

Datum

24. Mai 2019

Uhrzeit

20:00

Gehörgänge, Kunst der Improvisation No. 19
HCL Ensemble und Günter Heinz

Günter HeinzDer Dresdner Posaunist Günter Heinz ist an diesem Abend zu Gast beim HCL-Ensemble. Mit seinem Konzept “the wetware trombone” entwickelt G. Heinz zahlreiche Spieltechniken, die insbesondere die Verwendung von Kombinationstönen nutzen. Nach seinem Solovortrag wird er gemeinsam mit dem HCL Ensemble spontan improvisieren.

Günter Heinz, geboren in Zeitz, studierte Mathematik in Halle und Musik in Berlin und Dresden. Er war zunächst an mehreren Universitäten als Mathematiker tätig und promovierte an der Bergakademie Freiberg. Seit 1987 ist er freiberuflich als Musiker tätig. Zusammenarbeit mit dem Kammerensemble Neue Musik Berlin, Neue Horizonte Bern und SEM-Ensemble New York. 1992-93 war er Gastkomponist am Elektronischen Studio der Musikakademie Basel. Seine Kompositionen wurden aufgeführt u.a. in Berlin, Moskau, Madrid, Zürich und USA. Er übte Lehraufträge in Malta und Sardinien aus. 1996 war er neben Hanne Wandtke, Hartmut Dorschner u.a. Mitgründer der „Künstlervereinigung Blaue Fabrik“ in Dresden. Im Bereich des Jazz spielte er u.a. mit Bernd Köppen, Ernst Bier, Lou Grassi, Fred Van Hove, Kent Carter, Bill Elgart, Michael Lytel, Agusti Fernandez und Veryan Weston. In den letzten Jahren komponierte er auch Konzerte für Kirchenglocken, so für den Freiberger Dom und zum Jubiläum der Hansestadt Stralsund. Seine Kammeroper “Wittgenstein“ wurde 2007 im Festspielhaus Hellerau uraufgeführt.

Weitere Infos: www.guenter-heinz.de

The wetware trombone (von Mathias Bäumel)

“Einer, der denkt, bevor er spielt. Und der denkt, während er spielt. Einer, der spielt, weil er denkt. Darin unterscheidet er sich von vielen Musikern, die spielen, weil sie nicht denken. Günter Heinz’ Denken wurzelt im Universum des Außermusikalischen und ergreift – gestaltend – Klang und Bild. Analytisch, logisch, mathematisch, philosophisch – nicht ergriffen, impulsiv, gefühlig, moralisierend ist Günter Heinz’ Zugang zur Klang-Welt. Wenn Ludwig Wittgenstein in einer Tagebucheintragung vom 7. Februar 1915 die Bemerkung macht, dass die Kenntnis des Wesens der Logik zur Kenntnis des Wesens der Musik führe, so kann das auf die Arbeit des Künstlers und Wissenschaftlers Günter Heinz verweisen. Auch wenn Wittgenstein selbst zeitgenössische und avantgardistische Musik kaum wahrgenommen hat und persönlich auf das klassische und romantische Repertoire fokussiert blieb, legte er dennoch großen Wert auf die Forderung, dass Musik Bedeutung haben müsse. Und Bedeutung erkenne man ‘nur im Fluss der Gedanken und des Leben’. Nichts anderes aber tut und schafft der Improvisationsmusiker, Komponist, Künstler und Mathematiker Günter Heinz.“

CDs mit Musik von Günter Heinz erschienen in Deutschland, USA und der Schweiz.

Mitwirkende: Günter Heinz – Posaune, Hannes Clauß – Schlagzeug, Perkussion, Reinhart Hammerschmidt – Kontrabass, Hans Kämper – Posaune und Sebastian Venus – Klavier.

Eintritt: 15.00/erm. 10.00 – Bitte reservieren Sie Ihre Karten online oder telefonisch: 0441-9491045 (AB).

Veranstalter: Jazzmusiker-Initiative Oldenburg e.V.

Photo: Karel Suster